Erfolgreiche Behandlung eines Pferdes mit mykotischer Sinusitis

1 Juli 2025

Erfolgreiche Behandlung eines Pferdes mit mykotischer Sinusitis

Equide bevorzugt bei der Behandlung von Sinusitis die am wenigsten invasiven Techniken, wobei die transnasale Sinuskopie an erster Stelle steht. Dabei werden die Nasengänge und Nebenhöhlen mit einer kleinen flexiblen Kamera untersucht und behandelt. In manchen Fällen erfordert jedoch die Lage und/oder das Ausmaß der Erkrankung zusätzliche Öffnungen, um das Problem gründlich angehen zu können. Diese Techniken bleiben minimalinvasiv und können bei bestimmten Patienten entscheidend sein.

Einleitung: Fall von einseitigem Nasenausfluss bei einem Friesenpferd

Anfang März 2025 wurde ein Pferd aufgrund eines einseitigen, nicht übelriechenden Nasenausflusses auf der linken Seite an unsere Praxis überwiesen. Der Besitzer bemerkte auch, dass das Tier Schwierigkeiten beim Fressen von Kraftfutter hatte, wobei viel danebenfiel. Der Friese war träger, hatte Gewicht verloren und zeigte sich introvertierter als gewöhnlich. Die Erstbehandlung mit Sputolysin zeigte unzureichende Wirkung, sodass weitere Untersuchungen notwendig waren.


Diagnose: Primäre mykotische Sinusitis bei einem Pferd

Bei der klinischen Untersuchung war das Pferd allgemein in gutem Zustand, jedoch leicht untergewichtig. Die Atmung war normal, es bestanden keine vergrößerten Lymphknoten. Es trat deutlich mukopurulenter Ausfluss aus dem linken Nasenloch auf.

Eine Mauluntersuchung zeigte kleinere Zahnprobleme, darunter Diastemata (Lücken zwischen den Backenzähnen) mit leichter Zahnfleischentzündung, aber keine Hinweise auf eine Zahnerkrankung als Ursache der Sinusitis. Die Röntgenaufnahmen zeigten diffuse Verschattungen und Flüssigkeitsspiegel in den Nebenhöhlen.

Die Sinuskopie brachte schließlich Klarheit: Die Nebenhöhlen enthielten zähen Belag und sichtbare Pilzkolonien. Die Laboruntersuchung bestätigte die Diagnose durch Nachweis von Aspergillus nidulans. Fazit: primäre mykotische Sinusitis.

Licht der Endoskop-Kamera durch den Schädel sichtbar

Zusätzliche Blutuntersuchung
Eine umfangreiche Blutuntersuchung lieferte zusätzliche Erkenntnisse über den Allgemeinzustand des Pferdes:

  • Muskelenzyme: CK (550 U/L) und LDH (863 U/L) leicht erhöht

  • Thrombozyten: leicht erhöht (229–240 x10⁹/L)

  • Glukosewert: erniedrigt (1,94 mmol/L), vermutlich durch Transportverzögerung

  • Nierenwerte und SDMA: im Normalbereich

  • Serum-Amyloid A (SAA): <0,1 mg/l, keine systemische Entzündung

Die Blutwerte bestätigten einen lokalen Entzündungsprozess ohne Anzeichen einer systemischen Beteiligung.


Behandlung der primären mykotischen Sinusitis bei einem Pferd

Die Behandlung begann mit einer präoperativen Kombination aus Antibiotika und Entzündungshemmern. Es wurde ein chirurgischer Eingriff durchgeführt, bei dem ein Sinuslappen geschaffen wurde, um direkten Zugang zu den Nebenhöhlen zu ermöglichen. Das betroffene Areal wurde gründlich gespült, Pilzbeläge und betroffenes Knochengewebe wurden entfernt. Anschließend erfolgte eine Behandlung mit dem Antimykotikum Nystatin.

In den Wochen nach dem Eingriff wurden regelmäßig transnasale Spülungen durchgeführt, kombiniert mit lokaler Verabreichung von Antimykotika wie Daktarin, Canesten und Ampho-Moronal. Falls erforderlich, wurde nekrotisches Gewebe mechanisch entfernt (Kürettage). Jede Behandlung wurde auf Grundlage aktueller sinoskopischer Befunde angepasst. Um eine gute Verteilung der Antimykotika in den anatomisch veränderten Sinuskompartimenten zu gewährleisten, wurde Daktarin-Pulver auch mit einem Druckgerät in die Nebenhöhlen „gepudert“.


Ergebnis der Behandlung der primären mykotischen Sinusitis bei einem Pferd

Bei den letzten Kontrollen (bis 19. Juni) wurde festgestellt, dass die Nebenhöhlen vollständig verheilt waren und kein erneutes Pilzwachstum auftrat. Das Operationsgebiet heilte gut und die Schleimhäute waren abgeschwollen. Anatomische Veränderungen sind weiterhin sichtbar, dürften aber keine weiteren Probleme verursachen.

Fazit der primären mykotischen Sinusitis bei einem Pferd

Dank schneller Diagnose, intensiver Behandlung und sorgfältiger Nachsorge hat sich das Pferd vollständig von dieser seltenen, aber schweren Pilzinfektion der Nebenhöhlen erholt. Das Tier ist beschwerdefrei, und die Langzeitprognose ist ausgezeichnet.

Mehr wissen?
Haben Sie Fragen zur Sinusitis bei Pferden oder wünschen Sie eine Beratung für Ihr Pferd mit Nasenausfluss? Kontaktieren Sie uns gerne!



FAQ

1. Was ist mykotische Sinusitis bei Pferden?
Mykotische Sinusitis ist eine Pilzinfektion der Nasennebenhöhlen, oft durch Pilze wie Aspergillus verursacht. Sie führt zu Nasenausfluss, Schwellungen, Atembeschwerden und Unbehagen im Nasen-/Mundbereich.

2. Wie diagnostiziert Equide diese Erkrankung?
Equide verwendete transnasale Sinuskopie, Röntgenaufnahmen und Laborkulturen, um Pilzkolonien nachzuweisen und so die Diagnose „primäre mykotische Sinusitis“ zu bestätigen.

3. Wie läuft die Behandlung ab und wie sind die Ergebnisse?
Die Behandlung umfasste eine chirurgische Eröffnung der Sinus (Sinusflap), Spülung, Entfernung des befallenen Gewebes und lokale Anwendung von Antimykotika (z. B. Nystatin, Daktarin). Dank intensiver Nachsorge heilte das Pferd vollständig und ohne Rückfall.


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